Freitag, 16. April 2010

16. April 2010

Ich bin gerade wortlos. Später vielleicht. Doch. Ich träume wieder, endlich wieder richtig! Nachts, wenn ich mit meinem Freund im Bett lag, kam es die letzten Monate oder Jahre vor, dass ich mitten in der Nacht aufgestanden bin. Ich konnte nicht schlafen, hatte Heißhunger, hatte kurze Alpträume, alles mögliche und bin Nacht für Nacht vor den Laptop getigert.
Es ist Schluss, ich schlafe im Wohnzimmer auf dem Sofa. Und ich schlafe tatsächlich. Heute Nacht wieder. Von ungf. 23:00 - 08:30. Durchgeschlafen, soviel geträumt. Gutes und Schlechtes, wie früher. Ich habe meine Träume wieder! Natürlich schlafe ich tagsüber immer noch, ich schlafe eigentlich sehr gern und viel, zuviel, aber besonders, dass ich Nachts durchschlafe und endlich wieder meine Träume nicht nur in Fetzen, sondern als ganzen Film erlebe, das freut mich! Auch wenn die Träume noch so seltsam und schlimm sind, ich liebe sie.

10:15

Gestern war ich auch wortlos. Durchgerungen, mit dem Hund in den Wald zu gehen. Denn normalerweise liebe ich diese Waldspaziergänge mit meinem Hund. Abgelegener, aber dennoch offizieller Wanderweg. In der Ferne zwei Menschen. Ich, wie bei jedem Waldspaziergang, weit weg in meiner Gedankenwelt. Beobachtete, aber bekam gar nicht mit, was ich dort sah.
Plötzlich herausgerissen aus meiner Traumwelt. Zwei unten nicht bekleidete Personen springen auf und versuchen sich hastig anzuziehen.
Ich drehe mich auf der Stelle um, rufe meinen Hund zurück und haue ab. Ich weiß nicht weshalb, aber ich hätte an Ort und Stelle kotzen können, so schlecht wurde es mir. Diese nackten Körper, es war ekelhaft. Ich bin nicht prüde, aber diese nackten, ekligen Körper in dieser eindeutigen Position.
Warum gehen die nicht tiefer in den Wald, ich weiß es nicht, mitten auf einem abgelegenen Wanderweg.

13:17

Anscheinend habe ich doch mehr zu sagen heute.
Ich frage mich, ob das eine Art ist. Nach sovielen Jahren Beziehung. Ob es ihm vielleicht Spaß macht, mich fertig zu machen, so wie ich es manchmal schon in der Beziehung empfand. Vielleicht ist es keine böse Absicht, vielleicht schon. Wer weiß, wie er mein seltsames Verhalten manches Mal empfand, wenn ich es selbst noch nichteinmal verstehe.
Aber, ob das wirklich eine Art ist? Denn ich glaube, er ist noch bei klarem Verstand. Er weiß auch vom Selbstverletzen, was es heißt, was es ist. Von der Essstörung weiß er und den Depressionen. Dissoziation, Ängste, Zwänge, das versteht er nicht richtig. In Ordnung, das verlange ich gar nicht, ich verlange schon gar nicht, dass er zu 100% versteht, was Borderline im Ganzen bedeutet. Wie gesagt, verstehe ich selber ja auch nicht richtig.
Aber, diese absolute Ignoranz, Kälte und Herzlosigkeit von einem Tag auf den anderen, die sonst immer nur für wenige Tage durchbrach und sich legte. Von einem Tag auf den anderen, an dem ich mich unter Druck gesetzt für etwas Falsches entschloß und von einem Tag auf den anderen, an dem ich mich unter Druck für etwas für mich Richtiges entschloß.
Es interessiert ihn nicht, warum ich so gehandelt habe. Null. Für ihn zählt nur, was ich getan habe, nicht der Hintergrund. Wie oft hätte ich ihn verlassen müssen, weil es mich kaputt gemacht hat. Weil er Sachen getan hat, die falsch waren, wie oft. Und ich blieb bei ihm, habe versucht, zu ergründen, warum das alles. 100 gegen 0. Aber wer weiß schon, was ich wirklich getan habe und wie anders es in meinen Gedanken aussieht. Aber würdet ihr nicht auch direkt zu eurer besten Freundin fahren, wenn ihr eine SMS bekommt, in der steht `Ich kann nicht mehr. Bitte komm`, ich bringe mich sonst um.`? Würdet ihr nicht auch euren Freund dafür sitzen lassen, auch wenn es ihm noch so dreckig geht, weil ihr wisst, dass er stark genug ist und sich nichts antun wird?
Wieder total entfernt von dem, was ich eigentlich schreiben wollte. Seine Art, nach dem Motto `Wir sind zwar nicht mehr zusammen, aber dennoch kann ich weiterhin über das bestimmten, was du tust und machen musst. Außerdem brauche ich dich nicht mehr, nur für Putzen und die Tiere. Deshalb darfst du hier bleiben. Geliebt habe ich dich eigentlich auch nicht mehr wirklich die letzten Monate. Und guck mal, ich habe noch immer Freunde, ich habe mein Leben total unter Kontrolle, ich habe viel mehr Freunde und mit denen mache ich auch was am Wochenende. Deshalb stelle ich mich mit dem Telefon direkt neben dich, als dieses Thema beginnt und rede groß und breit davon, dass ja noch ein paar Leute kommen können. S. zum Beispiel, und M., oder auch L. Denn es sind meine Freunde, die ich habe, du gehörst von heute auf Morgen nicht mehr dazu. Aber du musst weiterhin X und Y für mich machen, schließlich lasse ich dich hier wohnen.`
Vielleicht ist es einfach seine Art, mit der Trennung umzugehen und ich interpretiere alles wieder total falsch.

Ich habe auch meine eigene Art damit umzugehen. Widererwartend bin ich nicht zusammengebrochen, habe mir nicht die Pulsadern aufgeschnitten, bin nicht sturzbetrunken gegen einen Baum gefahren oder von einer Brücke gesprungen, habe mich nicht einweisen lassen, habe nicht stundenlang geheult oder bin abgehauen. Nein, ich schneide und putze. Wie eine Irre, wahnsinnig. Ich kotze nicht, fast nicht, ich esse nicht, fast nicht, ich habe mir nicht die Haare gefärbt, mich gepierct oder sonstirgendwas. Nein. Ich putze, schneide, putze, esse, putze, kotze, putze.
Aber stop, auch nicht richtig. Denn ich putze ja falsch, meinem Freund nach. Und der Müll ist auch noch nicht draußen, er möchte da am Wochenende rumräumen, bis dahin hat der weg zu sein. Die Tiere haben ihr Flohzeug auch noch nicht drauf. Überhaupt, den halben Tag vor dem Fernseher zu verbringen, ich sollte doch lieber was Ordentliches machen. Mit dem Hund rausgehen. Für die Spülmaschine, sein Geschirr und den Müll bin doch auch weiterhin ich zuständig. Nur Kochen und seine Wäsche waschen, für sich einkaufen, das ist seins.
Seine Art, meine Art, beides keine Art.

1 Kommentar:

  1. Und schon wieder nerv ich dich mit einer Mail ;p
    Etwas für den Notfall ist auch enthalten... Nutz es, wenn du es brauchst!

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