Mir geht es unglaublich gut. Ernsthaft. Freiheit. Es ist zwar alles nur eingebildet und wird maximal solange anhalten, bis mein Freund mich hierraus schmeißt und ich ihn nicht mehr sehen werde, aber bis dahin ist doch alles wieder in Ordnung. Es ging doch immer irgendwie weiter. Irgendwie konnte ich immer verdrängen, aushalten und bin irgendwo gelandet.
Solange ich es übersehe, diese Ignoranz und Kälte, die man nach mehr als 4 1/2 Jahren nicht erwarten sollte. Es interessiert ihn nichtmal im Geringsten, was das Gespräch mit meiner Mutter brachte. Wie ich mich fühle, was mit meiner besten Freundin ist. Nichts. Er geht seinen Weg, er zieht jetzt seine Sache durch, weil auf seine Gefühle auch nie jemand geachtet hat. Aber das war schon so, als wir noch zusammen waren. Verstehe ich teilweise, solange ich verdränge und aushalte.
Haare färben. Nur die Frage, welche Farbe? Von knallblond, über knallrot, dunkelrot, lila, dunkelbraun, dunkelbraun mit Strähnen, knallblond mit Strähnen bis zu tiefschwarz hatte ich schon alles drin und ich habe keine Ahnung, was ich nu will.
Es ist ein wenig blöd, wenn ich sie mir knallrot, dunkelrot oder schwarz mache und auf einmal feststelle, dass ich doch blond will. Ich weiß aber nicht, was ich will! Doch, ich kann diesen rotgoldbraun Naturfarbenscheiß nicht mehr sehen, weil er mich, so dämlich es klingt, an meine Kindheit und an die Beziehung zu meinem Freund erinnert. Denn ihm zu liebe habe ich aufgehört, mit dem Färben. Und mit dem Piercen. Und mit dem Trinken. Und mit dem nächtelangen Feiern. Und mit dem `nuttigen` Rumlaufen (ok, dafür bin ich ihm wirklich dankbar). Mit meinem ganzen `Ich sauf` und feier` mir die Erinnerungen weg`. Ihm zuliebe habe ich ausgehalten, mich Stück für Stück weiter kaputt gemacht, ihm zuliebe bin ich durch die Hölle gegangen. Aber er zieht ja jetzt seine Sache durch. Und außerdem, wir sind nicht mehr zusammen. Es kann ihm scheißegal sein, was mit mir ist. Genauso wie es mir scheißegal ist, was mit mir ist.
Ich komme mir wieder vor, als würde ich mich in Selbstmitleid ertränken. Hallo? Freiheit!
Diese Kinderfotos, das kleine süße Mädchen mit den naturroten, lockigen Haaren (wirklich rot sind sie nicht, keine Ahnung, eben eine Mischung aus rotgoldbraun) in dem kleinen süßen Kleidchen, das dieses Mädchen so hasste. Dieses Mädchen, die den Dreck liebte, große Hunde, mit denen sie auf der Wiese liebend gern tobte und die sich danach anhören durfte, dass das nicht geht. Das Kleidchen wird doch dreckig. Wozu gibt es eine Waschmaschine? Also bitte, sowas macht man als Mädchen nicht. Das Mädchen, das phasenweise lieber ein Junge gewesen wäre, sich so verhielt und kleidete, um daraufhin doch wieder froh zu sein, ein Mädchen zu sein. Dieses Mädchen, das Dinosaurier liebte, Bücher über Dinosaurier sammelte und dennoch immer wieder Puppen geschenkt bekam. Puppen, denen es später die Haare ausriss, die es `folterte`, weil es Babys nicht ausstehen konnte. Und noch heute nicht kann, aber sie hält sich zurück. Sowas gehört sich für einen Mensch und besonders eine Frau nicht. Zu sagen, dass man keine Babys und Kinder mag und selbst erst recht keine haben möchte. Dass einem Tiere wichtiger als Menschen sind. Also bitte, sowas sagt man als Mädchen und Frau doch nicht.
Das Mädchen, das immer ein schwarzes Haarband bei sich trägt. Denn man weiß nie, wann man die langen Haare zusammenbinden muss, weil sie sonst beim Kotzen stören. Das Mädchen, das selbst im Sommer lange, schwarze Pullover trägt, weil es seine Mitmenschen vor dem Anblick schützen will. Vor dem Anblick von einem fetten und zerschnittenen Körper. Das Mädchen, das nach außen hin höflich und zurückhaltend, genausogut übertrieben fröhlich und aufgedreht sein kann und das im Inneren einfach nur kaputt ist. Das Mädchen, das nicht mehr weiß, was oder wer es ist. Das Angst hat, vor sich selbst, das sich schon lang verloren hat. Das Angst hat, zuviel zu erzählen, zuviel von Selbstmitleid. Doch hier ist der einzige Ort, an dem ich offen reden kann. Reden durch schreiben, denn wirklich so über alles sprechen, das kann ich nicht.
Danke an alle, die sich jedes Mal aufs Neue die Mühe machen, dieses Chaos hier zu lesen und dann auch noch darauf zu antworten. Wirklich, Danke an euch alle!
Donnerstag, 15. April 2010
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Also ich wäre für dunkelrot, aber dann will ich ein Foto davon sehen ;p
AntwortenLöschenDann sollen die Leute sagen, was sie wollen wegen den Narben. "Das ist sehr aufwändiges Kunstwerk, sie Kulturbanause" sagte mal eine Freundin, also komisch angeguckt wurde. Das war dem Typen hochpeinlich ;)
Auch wenn es vielleicht seltsam klingen mag, aber Danke, dass du da bist *knuddel*
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