Ich komme mir ehrlich schlimm vor. Wundervolle, liebe Kommentare und ich beantworte nichts. Bitte lasst euch nochmal gesagt sein, dass ich sie lese und mich über jedes einzelne Wort von euch freue, auch wenn ich mit meinen Antworten auf mich warten lasse.
Ansonsten sollte ich mich ernsthaft fragen, wohin ich mit meinem Leben eigentlich möchte. Nein, dafür ist es gerade doch irgendwie zu früh, oder zu spät. Ich mag gar nicht rausgucken. Es wird langsam grün, die Welt erwacht, während ich mich nach einer durchgekotzten und sportlich betätigten Nacht schlafen lege. In Gedanken begleitet mich mein zweites Leben, Parallelleben.
Ich sitze hier, frühstücke mein knuspriges Vollkornbrötchen, lasse mir die frischen Früchte des Multivitaminsaftes schmecken und denke doch nicht allzu sehr über das Essen nach. Schon gar nicht darüber, wie gewölbt mein Bauch nach diesem Mahl sein könnte. Wieviel Fett sich eingelagert haben könnte. Statt dessen schaue ich aus dem Fenster und freue mich über den Anblick, sowie über die Gewissheit, gleich in diese wunderschöne Welt einzutauchen.
Ich ziehe meine `Hundeklamotten` an, schnappe mir die Leine und raus gehts. Ich habe Kraft, fühle mich nicht leer, sondern erfüllt. Nicht vom Essen, sondern von der ersten Frühlingswärme. Ich bin real, bin da, nicht nur körperlich, sondern auch geistig vollkommen anwesend.
Danach einkaufen, ohne Angst, zu spät im Supermarkt zu sein. Ohne Angst, Produkte könnten vergriffen oder weggekauft worden sein. Ohne Angst, den Tagesablauf falsch begonnen zu haben. Einkaufen mit Geld, das ich als fleißige Tiertherapeutin verdiene. Nicht mit mühsam gespartem, zugestecktem Geld. Nein, eigen verdient. Ich kaufe ein, nicht um zu fressen, sondern für einen schönen Grillabend. Verschwende keine Gedanken an Kalorien. Keine Gedanken an Narben und Schnitte, die man an meinen Armen sehen kann. Ich trage ein T-Shirt, denn ich kann meinen Körper, den ich akzeptiere, zeigen und muss ich nicht in 2 Schichten dicker Pullover verstecken.
Weiter kommen meine Gedanken nicht. Bis zu dem Punkt, dann wird es zuviel. Es ekelt mich, wenn ich daran denke, dass ich auch für ein Mittagessen einkaufen würde. Eventuell noch einen Termin am Nachmittag, bei dem ich fremden Leuten begegnen würde. Es ekelt mich beim Gedanken daran, vollgefressen das Haus zu putzen und nochmal mit dem Hund rauszugehen. Abends zu trinken und fetter und fetter und fetter zu werden und mich dann auch noch von meinem Freund berühren zu lassen. Es ekelt mich einfach nur alles an, noch nichteinmal mein Körper, sondern die ganzen alltäglichen Situationen. Die ganze Scheiße von früher kommt wieder hoch, jedes Mal.
Dennoch versuche ich. Habe gestern wieder versucht und bin böse gescheitert. Es reicht allein, wenn mein Freund eine falsche Geste macht, ein falsches Wort sagt und meine erzwungene Illusion einer heilen Welt zerstört und die straffe Hülle, in der ich mich verstecke, Risse bekommt. Risse, durch die der ganze Ekel nur noch stärker nach draußen drängt. Da bleibe ich lieber in meiner eigenen, fernrealen Welt.
21:46
Du isst.
- Ja, und?
Du isst. Du fettes Schwein isst!
- Falsch. Ich fresse.
Richtig. Du fettes Schwein frisst!
- Beleidige keine Tiere.
Ok, richtig. Du fettes Etwas frisst!
- Richtig.
Dann pass` gleich bloß auf, dass sie dich nicht kotzen hören.
- Ich gehe nicht kotzen.
Guter Scherz.
- Kein Scherz, ich gehe nicht kotzen.
?
- Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich will verstehen, warum ich nicht zunehmen und essen kann, warum mich mein Körper so ekelt.
Darüber kannst du dir Gedanken machen, wenn du kotzen warst.
- Aber ich gehe doch nicht kotzen.
Dann mach` dir schonmal Gedanken darüber, ob die Brücke, oder doch lieber den Zug nimmst. Pulsadern kennen wir doch schon. Das kannst du nicht richtig. Oder willst es nicht richtig. Wie auch immer.
- Hmm.
Also doch kotzen?
- Was weiß ich denn?! Ich will nicht mehr. So geht es nicht weiter, zunehmend geht es nicht weiter, abnehmend geht es nicht weiter. Und eigentlich ist das Gewicht pure Nebensache.
Und Hauptsache zugleich.
- Wer bist du eigentlich?
Die Stimme, die dir sagt, dass du deinen fetten Schwabbelarsch jetzt zur Toilette bewegst. Und hör` auf mit der Schokolade. Hör` auf! Du weißt es doch genau, es wird ihn nicht interessieren. Er wird dich nicht verstehen. Wie denn auch, wenn du dich selbst noch nichteinmal verstehen kannst. Wenn du noch nichteinmal merkst, dass ich du selbst bin, mit dem du redest.
Samstag, 10. April 2010
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Du, sag mal... Darf ich dich bei mir verlinken?!
AntwortenLöschenLieben Gruß, sternenstaub ;)
Bitte, mach dir keinen Kopf wegen der Kommentare...es ist okay, wenn du länger brauchst oder auch gar nicht antwortest.
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