Vielen Dank an alle Kommentarschreiber für die aufbauenden und mutmachenden Worte!
Mit der Therapie sieht es nun so aus, dass ich in ungf. 2 Wochen zu meiner Psychologin gehen werde (ja, erneut knapp 2-3 Wochen Pause zwischen zwei Terminen) und ihr sagen werde, dass ich bei ihr nicht bleiben werde. Es hat überhaupt keinen Sinn, zumal ich jedes Mal knapp eine halbe Stunde mit dem Auto dorthin fahre.
Längerer Anfahrtsweg, als wie die Stunden überhaupt gehen. Wenn die Sitzungen mir etwas bringen würden, ich glaube, ich würde auch eine Stunde Anfahrt in Kauf nehmen, aber so? Für 10 Minuten sinnloses Gerede?
Ich habe auf Anraten einer anderen Psychologin, bzw. einer Klinik mich in einer Klinik `beworben`, die speziell auf Borderline ausgerichtet ist. 3-6 Monate Wartezeit, aber das ist es mir wert. Manchmal zumindest. Was ich mache, wenn ich nach diesen Monaten dann endlich einen Platz bekomme und der Therapie zu 99% ablehnend gegenüber stehe, weiß ich auch noch nicht. Ich ändere doch eh alle 5 Minuten meine Meinungen und Ansichten zu allem.
--Trigger im nächsten Abschnitt--
So, noch kein Wort zur geliebten Bulimie geschrieben. Gestern bin ich vor Heißhunger fast wahnsinnig geworden. Dann bis zur gesetzen Kaloriengrenze gegessen. Immer noch absoluter Heißhunger, aber nicht allein. Hochmotiviert den Entschluss gefasst, ich gönn` mir was.
Klar kann ich das aushalten. Klar kann ich mir etwas gönnen. Klar habe ich damit keine Probleme und werde spätestens nach 15 Minuten so panisch, dass ich die nächste Toilette aufsuchen muss.
Klar artete alles aus und ich stopfte mich wahllos voll mit Chips und Keksen. Klar sorgte ich dafür, dass ich eine Stunde in Ruhe auf der Toilette verbringen konnte. Klar kam fast alles wieder raus, samt eigentlich erlaubtem Abendessen.
Aber es gefiel mir trotzdem nicht. Ich hatte keine Kraft mehr. Sonst zwinge ich mich zu der Stunde Sport nach dem Kotzen, um wirklich sicherzugehen, dass alles verbrannt wird. Es ist hart, aber es geht. Gestern ging es nicht mehr.
Genauso vor ungf. einer Stunde. Einfach keine Kraft mehr.
Logisch, ich kotze ja nicht aus Spaß an der Freude, sondern weiß, dass ich mich damit kaputt mache. Vielleicht kotze ich auch gerade deshalb, aber diese Kraftlosigkeit, die mich sonst nur tagsüber begleitet, gefällt mir nicht.
Gestern geschnitten. Ich dachte, es fallen alle Lasten ab, die jemals in meinem Leben auf mir gelegen haben.
Wieso mache ich eigentlich eine Therapie und möchte in eine Klinik, wenn ich mir nicht die geringste Mühe gebe, etwas zu ändern?
Ich weiß auch nicht wieso. Aber seit ich als Kind das erste Mal Urlaub in den Bergen machte, möchte ich dorthin. Dort wohnen, auf einer Almhütte. Mit einem kleinen Stall voller Kühe, Kälber, Ziegen, die niemals geschlachtet werden. Vielleicht auch ein paar Hühner. Und Meerschweinchen natürlich. Meine Meerschweinchen. Und definitiv mein Hund und ein riesengroßer Bernhardiner dazu.
Eigentlich ist es für mich eine Tatsache, dass man dort nicht unglücklich sein kann. Ich war es zwar jeden Urlaub, aber das war nur Urlaub. Mit den falschen Leuten. Wäre ich dort allein, evtl. mein Freund und meine beste Freundin in der Nähe, mit all den Tieren, dann kann man dort nicht unglücklich sein. Eine zeitlang war dies die einzige Vorstellung, die mich am Leben hielt. Mittlerweile zweifel ich auch daran.
Mittwoch, 31. März 2010
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Hallo Rosenrot,
AntwortenLöschenerstmal ganz lieben Dank für deinen Kommentar.
Das, was du über das sich etwas gönnen gesagt hast hätte von mir kommen können. Sobald ich mir etwas essbares gönne, artet es aus. Ich habe damit aufgehört, zumindest vorerst und wenn ich etwas gutes machen möchte, nehme ich dinge, die nicht essbar sind, auch wenn es schwer ist.
Ich glaube, manchmal hat man diese Phasen, einfach zu den altbekannten "Hilfsmitteln" zu greifen, obwohl sie nicht gut sind und man das eigentlich weiß. Trotzdem helfen sie leider viel zu oft...
Ich wünsche dir ganz fest, dass du die Kraft findest, dagegen anzugehen.
Ganz liebe Grüße
Wortsucherin
Nich jede Klinik ist für jeden das Ideale. Du wirst zu jeder Klinik unterschiedliche Meinungen hören. Wichtig ist, dass du glaubst, dass dir das Konzept zusagt.
AntwortenLöschenDas Problem mit dem Therapeuten kenne ich. Ich krieg einmal im Monat einen Termin für 45min. Das reicht um über Medis zu reden und noch ein wenig in Kruzform über den Rest. Aber am Ende bin ich der einzige, der mich da wirklich raus ziehen kann.
Wie lange leidest du denn schon darunter?