Donnerstag, 25. März 2010

25. März 2010

Das Datum gefällt mir nicht. 25 wirkt kalt. Und kalt ist mir gerade schon von allein. Eventuell auch von der eiskalten ColaLight aus dem Kühlschrank.
An der Psyche kann diese Kälte ausnahmsweise einmal nicht liegen. Ein bisschen vielleicht, aber nicht ganz.

Gestern habe ich mich mit meiner besten Freundin getroffen. Es war ein wundervoller Mittag. Sie ist ein wundervoller Mensch.

Und weil alles so wunderbar wundervoll war, musste am Nachmittag noch einiges passieren, um dieses Glück wieder zu zerstören. Freiwillig.
Kühlschrank auf, Kontrollblick. Wahllos Lebensmittel gegriffen, Schränke durchstöbert. In dem Moment, in dem ich dachte, ich platze, wenn ich das Essen nicht direkt wieder in die Freiheit entlasse, kam mein Freund nach Hause.
Schock. Nein. Zu früh. Nein. Glück zerstören, ja, aber bitte nicht so!
Ich war völlig überfordert. Bin um ihn herumgerannt, als hätte ich eine schwere Form der Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Kurze Zeit später kauerte ich, wie ein in die Enge getriebenes Tier in der Ecke und fauchte, sobald er nur in meine Nähe kam.
Mein Kopf war gnädig. Er hatte abgeschaltet und mich weit weg gebracht. Keine Gefühle, keine Realität.
Nach endlos dauernden 2 1/2 Stunden brach er zu einem Treffen mit Freunden auf. Wie gern wäre ich mitgekommen. Kein Problem, hätte ich nicht einen riesengroßes Klumpengemisch von Schokolade, Toastbrot, Nutella, Salami, Pizza, Ketchup, Mayonaise und Chips im Magen, das immer noch in die Freiheit drängte.
Besonders pervers. Salami. Tote Tiere essen und auskotzen. Sehr geschmackvoll.
Er war weg. Nächstes Problem.
Hand immer noch kaputt, Entzündung in der rechten Mundinnenseite. Kurze Überlegung, es sei ohnehin schon zu spät. Nein, seit mein Freund weg war, wurde ich wieder in die Realität entlassen. Die Angst war nicht auszuhalten. Genausowenig wie der stechende Magenschmerz und der Ekel daran, den Dreckklumpen demnächst als Fettpolster durch die Gegend zu tragen.
Danach 1 1/2 Stunden Sport. Geplant waren 2 Stunden, aber meine Füße machten schlapp. Meine Schuldgefühle nicht.

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