Samstag, 27. März 2010

27. März 2010

Sie sind da. Bei mir nicht. Bei mir klafft ein großes Loch, dass ich mir wahrscheinlich selbst zuzuschreiben habe. Wer war es, der nicht schnell genug den Kontakt abbrechen und ausziehen konnte? Wer hat sich all die Jahre wie das Letzte benommen und sich auch von der anderen Seite immer weiter abgekapselt?

Andererseits, es schmerzt. Diese Leere und das Wissen, sobald man sich fallen lassen würde, auf hartem Boden zu landen. Wortwörtlich, auf dem harten Boden der Tatsachen. Der Tatsache, dass meine Eltern nicht da sind, obwohl ich sie brauche.
Niemals hätte ich gedacht, dass ich das einmal sagen würde. Denn warum sonst hätte ich all die Jahre mein Bestes gegeben, um von ihnen loszukommen. Aber jetzt, wo ich merke, dass sich die Schlinge immer enger zieht und ich kaum noch atmen kann, wird mir schmerzlich bewusst, dass ich sie alleine nicht mehr öffnen kann oder will. Genauso wie ich mich all die Jahre ihnen gegenüber nicht mehr öffnen konnte oder wollte.

Meiner besten Freundin geht es sehr schlecht. Aber ihre Eltern stehen hinter ihr, sorgen sich so liebevoll um sie, wie es Eltern eben tun, die ihre Kinder lieben. Und mir, derjenigen, die immer so stolz darauf war, sich allein durchs Leben zu kämpfen, fehlen meine.

Zu meiner Mutter habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis. Ich verachte sie für bestimmte Dinge, es geht mit ihr einfach nicht.
Zu meinem Vater habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Oberflächlich gesehen. Tochter schreibt gute Noten, bekommt Geld. Tochter benimmt sich brav, bekommt Geld. Tochter macht Späße mit ihrem Vater, bekommt Geld. Ich weiß, dass ich ihm etwas bedeute, wir haben uns noch nie in meinem ganzen Leben ernsthaft gestritten und schon früher war ich ein absolutes `Papakind`. Aber all das ist oberflächlich. Denn genauso habe ich mich in meinem ganzen Leben noch nie ernsthaft mit ihm unterhalten können. Mit Geld löst man alle Probleme. Meine nicht.

Ich habe etwas gefunden, für das es sich lohnt zu kämpfen. Zum einen zwei wunderschöne gelbbraune Augen. Eingerahmt von zwei flauschigen, viel zu groß gewordenen Hängeohren. Die Masse an Haut, viel zu viel für diesen Körperbau, bietet warmen Schutz für kalte Hände.
Eine gelungene, riesige Doggenmischung.
Zum anderen, sechs wunderschöne, freudige Augenpaare. Eingerahmt von bunten Fellfarben und Fellvarianten. 3 meist laut quiekende Münder unterstreichen die Lebensfreude der umherspringenden Körper.
Eine gelungene, wahnsinnig süße Meerschweinchenmischung.

Meine Heiligtümer, mein `Ein und Alles`, mein Lebensinhalt.

1 Kommentar:

  1. Hallo,

    ich wollte mich bedanken für deinen Kommentar, für deine Worte.
    Und für deine "Meldung" als stille Mitleserin. Es ist ein sichereres Gefühl zu wissen, wer meine Worte empfängt!

    Vielleicht öffne ich meinen Blog irgendwann wieder. Es wird sich zeigen was die Zeit mit sich bringt.

    Ich wünsche dir auch alles Liebe!

    Marina

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