Neuer Rekord. 5 Minuten. Oder 10, ich weiß es nicht mehr genau. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich in einer Klinik vorgestellt habe, weil ich am Ende bin. Und ich habe ihr gesagt, dass diese Klinik mich gerne nehmen würde, aber nicht kann, weil ich zu stark suizidgefährdet sei. Und ich habe ihr gesagt, dass die Klinik es unverantwortlich findet, wie sie mich nur 1 mal im Monat für ein paar Minuten zu sich bestellen kann und der Meinung ist, es würde reichen.
Daraufhin folgte von ihr, dass es mir ja wohl so schlecht nicht ginge. Wenn ich mit ihrer Arbeit nicht zurecht kommen würde, dann könnte ich mir ja jemand anderes suchen. Außerdem würde das ja auch für heute als Besprechung reichen. Nach 5-10 Minuten.
Nein, ich werde mich nicht umbringen. Deshalb habe ich mich ja hilfesuchend an die besagte Klinik gewand. Und ich habe andere Adressen erhalten, mit denen ich es nun weiterversuchen werde.
Was mich einfach nur so sehr trifft, ihre Aussage, etwas wirklich Schlimmes hätte ich nicht erlebt. Nein, das soll kein `in Mitleid versinken` werden, denn mir fällt es sehr schwer, Hilfe anzunehmen und mir einzugestehen, dass ich eventuell doch Hilfe brauche. Aber, ich habe ihr etwas erzählt. Ihr anvertraut. Etwas, was vor 14 Jahren geschehen ist. Und auch davor. Etwas, wofür ich mich bis heute abgrundtief hasse. Und diese besagte Sache als etwas `nicht Schlimmes` hinzustellen, wegen der mich meine Schuld- und Hassgefühle fast auffressen, finde ich unbeschreiblich. Nicht nur mir gegenüber.
Bis zum Abend gestern nichts gegessen. Dann über meine erlaubte Kaloriengrenze gekommen und eine Stunde joggen gewesen. Vorher anderen Blödsinn gemacht und danach den Tag bis Abends verschlafen.
Mein Opa muss zum Arzt. Demenz. Ich will nicht, ich liebe meinen Opa.
Meine Tante ist im Krankenhaus. Ich will nicht, ich liebe meine Tante.
Meine beste Freundin muss in eine Klinik. Ich will nicht, ich liebe meine beste Freundin.
Immerhin. Alles schmeißt mich derzeit wieder so aus der Bahn, dass die Bulimie seit 3 Tagen ruhig ist.
3 Stunden des neuen Tages sind angebrochen. Bleiben noch 21 Stunden zur Selbstschädigung, 21 Stunden für neue Nachrichten und Erkenntnisse, die einen noch ein wenig weiter ins Aus drängen. 21. Ungrade. Gefällt mir nicht mehr.
Donnerstag, 18. März 2010
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21 Stunden (jetzt ja weniger) in denen auch etwas schönes passieren kann, in denen du nach draußen gehen kannst um das leben zu genießen.
AntwortenLöschen21 Stunden, in denen du dir etwas gutes tun kannst, anstatt dich zu schädigen...
Das, was du über deine Therapeutin gesagt hast, macht mich sehr betroffen. Ich frage mich, warum immer bewertet werden muss, was einem passiert ist. Ich weiß nicht, worum es geht, habe aber eine Vermutung und ich verstehe nicht, warum nicht einfach stehen gelassen werden kann, wie es DIR damit geht. Ich finde, es spielt keine Rolle, ob diese Frau es als schlimm empfindet oder nicht und naja, ich denke mir, wir reden hier nicht über einen verloren gegangenen Lutscher. Von alleine hat man keine Bulimie und wird auch nicht borderlinerin und von alleine hasst und verstört man sich nicht. Da gibt es Gründe...
Ich finde es gut, dass du andere Adressen hast, zu denen du gehen kannst. Wäre das eine Option? Die Sache mit der Klinik klingt gut aber ist auch klar, dass sie dich nicht nehmen, wenn du zu stark suizidgefärdet bist. Dann ist es keine Psychiatrie oder?
Ohje, das mit dem Essen kenn ich leider nur zu gut...
Ich denk ganz, ganz fest an dich.
Vielen Dank für deinen Kommentar... vielen Dank für den Wunsch, das Kind zu retten.
AntwortenLöschenFünf bis zehn Minuten für eine Therapiesitzung? Das halte ich ja für völlig unsinnig. 50 Minuten sind ein Minimum. Und das mit dem "Sie haben nichts Schlimmes erlebt" ist etwas, was ein Therapeut per se nicht sagen sollte. Es kommt doch auf deinen Leidensdruck an. Nein, ich hoffe wirklich, dass du einen anderen Therapieplatz bekommen kannst.
Übrigens gefällt mir dein Blog vom ersten Eindruck her gut, ich schrieb mal unter dem Namen "Windwölfin" und habe auch eine gewisse Beziehung zu diesen Tieren...
Viele liebe Grüße!