Donnerstag, 9. September 2010

09.09.2010

Bilanz eines Tages allein (ohne ExFreund) Zuhause:

- 4 mehr oder weniger große Fressanfälle
- 4 mal Kotzen bis zum Ende
- 2 Kreislaufzusammenbrüche
- 1 Nervenzusammenbruch
- teilweise sehr schöne aufgeschlitzte Haut (keine Ironie, ernsthaft gemeint)

Damit es nicht wieder ein kompletter Negativeintrag wird:

- wie erwähnt, teilweise schöne aufgeschlitzte Haut
- fast acht Stunden am Stück durchgeschlafen, sogar ohne Alpträume. Nein, meine Alpträume mag ich. Manchmal.
- Ein wundervoller Traum von meiner allerliebsten, besten Freundin
- Heute Morgen mit dem Gedanken aufgestanden, dass es mir doch eigentlich ganz gut geht


10:00

Ich liebe Tiere. Alle Tiere. Auch trotz Spinnenphobie Spinnen. Aber, seit wann haben wir hier in Deutschland Hausspinnen (richtige Spinnen, keine Schneider), die die Größe einer jungen Vogelspinne haben?! Einziges Problem ist, dass dieses mutierte Tier in unserer Kammer sitzt, in der auch Waschmaschine, Trockner, Mülleimer und das gesamte Putzzeug stehen.

10:23

Die Seele vergisst nicht. Auch wenn der Kopf vergisst. Die Seele vergisst niemals. 

12:14

Ich habe Angst, durch meinen Wahn(haften).Sinn Wahn.Sinn.(iges) zu unterstellen.  

Einkaufen war in Ordnung. Mein Hund war dabei. Dann ist es sogut wie immer in Ordnung. Ich bin froh, dass es vorbei ist.

Neuer Aufbewahrungsplatz für mein Schneidewerkzeug. Ein kleines, herzförmiges, bordeauxrotes Döschen von Lindt, dass ich einst meiner Oma mit schokoladigem Inhalt schenkte. Zurück bekam ich es mit dem Hinweis, ich könnte Watte hinein machen, um darin meinen Schmuck aufzubewahren. Nun liegen meine Klingen darin, ohne Watte. Denn ich trage keinen Schmuck. Seit Jahren schon nicht mehr. 
Sie wissen soviel nicht. So verdammt viel nicht. Und wenn mein Vater sich jetzt schon solche Sorgen macht, wo er nur weiß bzw. denkt, ich würde zu wenig essen, wie soll ich ihm dann die Wahrheit sagen (nicht nur das Essen betreffend)?
Wobei ich meiner Oma erzählte, teilweise, was eigentlich wirklich Sache ist. Aber eben nur teilweise. Oberflächlich. Und wenn von ihr aus darüber schon nicht gesprochen wird, es verdrängt und vergessen wird, wie soll ich dann die Wahrheit sagen?
Wie soll ich die Wahrheit sagen, wenn meine Mutter anfängt, Sachen aus meiner Kindheit mit einer Leichtigkeit zu zitieren, die kaum aushaltbar ist? Wenn anstatt darüber, was eigentlich wirklich los ist, erneut ein Streit darüber entbrennt, dass meine Oma lügt? Und meine Oma sagt, dass meine Mutter lügt?

Warum frage ich danach, die Wahrheit zu sagen? Es stand und steht nicht zur Debatte. Ich hatte es nicht vor, jemals über wirklich alles zu sprechen und werde es garantiert auch nicht tun. Vielleicht, sollte es irgendwann zum letzten Schritt kommen, werde ich Ihnen einen Brief schreiben. Über die Wahrheit, über die sie sich dann auch keine Gedanken mehr machen müssen, da das eigentliche Problem nicht mehr existiert.

Zum letzten Schritt wird es nicht kommen. Ich werde meine beste Freundin und meine geliebten Tiere nicht alleine lassen. Niemals. Vielleicht auch meinen (Ex)Freund nicht. Nein und meinen Vater auch nicht.

13:20

Da ich sehr interessiert in biologischen und medizinischen Vorgängen bin, finde ich es umso spannender, die verschiedenen Schichten des Aufbaus der Haut nicht mehr nur anhand eines Modells zu kennen. Wenn es gut so einfach mit der Psyche wäre. Aufschneiden und hineingucken, wie sie aufgebaut ist und wer oder was das Ich eigentlich ist.

23:09

Das fette Stück frisst. Kotzt. Frisst. Kotzt. Frisst. Geht jetzt eine Stunde Joggen. Oder frisst eventuell nochwas. Und geht danach kotzen.

 




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