Montag, 30. August 2010

30. August 2010

Warum ist man gezwungen, hier zu bleiben? Warum darf man nicht einfach sterben? Nur mal so, als Frage.

Am Bauch habe ich einen wundervollen, blauen Fleck. Von der Kotzerei, denn um auch die letzten Reste herauszubekommen, quetsche ich meinen Magen regelrecht aus. Mein (Ex)Freund frage mich letztens schon, weshalb mein Bauch dort so gerötet sei. Wie erkläre ich nun einen blauen Fleck? Eigentlich kann er sich es doch denken, er weiß von meiner Bulimie. Aber es stört ihn ja auch nicht, wenn ich nach einer gemeinsamen Mahlzeit für längere Zeit auf der Toilette verschwinde. Oder er glaubt, ich könnte mir problemlos irgendwelche Bratwürste reinstopfen, ohne danach durchzudrehen. Ignoranz oder typische, männliche Gefühllosigkeit. Wer weiß das schon.
Und manchmal ist er so anders. Absolut nicht gefühllos. Liebevoll. Verstehe ich ihn nicht, versteht er mich nicht, verstehen wir uns beide nicht, oder sehe ich wieder Probleme, die gar nicht vorhanden sind?

Eigentlich wollte ich mehr lesen und begann mit einem Psychothriller. Die Nacht darauf hatte ich Alpträume von dem Buch. Faszinierende Alpträume. Ich denke, ich werde mir weitere Bücher bestellen.

Heute sehe ich sie wieder, meine beste Freundin. Es wird wundervoll werden. Ich freue mich ganz einfach und ehrlich. Einfache, ehrliche Freude.

Sieht er nicht einfach nur faszinierend aus? 


02:48

Emotionaler Missbrauch ist leise. Man sieht keine blauen Flecken, keine gebrochenen Knochen. Man sieht nicht den Wahnsinn, der hinter dem heilen Familienbild steckt.
Wahn.sinn(los). Treffender kann man es nicht sagen.

03:27

Anscheinend hat wieder jemand Langeweile. Ich habe noch eine Stunde Sport vor mir. Aerobicübungen habe ich schon erledigt, bevor ich den heutigen Blogeintrag begann. Und was wollte ich nun schreiben? Ich weiß es wieder. 
Sehr peinlich, als ich heute am Briefkasten stand und mich eine Frau ansprach. Ich blickte sie an und dachte mir, als ich ihr freudiges `Hallo` erwiderte `Scheiße, die kennt dich. Wer ist das, was sagst du jetzt?`.
Sie nahm mir die unangenehme Situation ab, indem sie mich fragte, ob ich meinen Hund dabei hätte. Da klickte es und ich erkannte sie. Die Frau, die ich manchmal traf, um mit ihr und ihrem Hund gemeinsam spazieren zu gehen. 
Vor einigen Wochen sprach mich am selben Briefkasten auch eine Frau an, die ich nicht erkannte. Ich unterhielt mich dennoch mit ihr und als sie auf meinen Vater zu sprechen kam, wusste ich, dass es seine `gute Freundin` war.
Briefkasten der Erkenntnis.

Ich hasse diese Momente, in denen ich die Menschen nicht direkt erkenne. Aber solange ich noch weiß, dass meine Meerschweinchen, meine Meerschweinchen und mein Hund, mein Hund ist, ist doch alles in Ordnung. Oder?

05:31

Ich habe ein sicheres Mittel gefunden, um einen Fressanfall zu verhinderen. Man schneidet sich einfach so tief, dass einem beim Anblick des Schnittes dermaßen schlecht wird, dass an Fressen noch nicht einmal zu denken ist. 
Eine einfache Feststellung.

17:47

Die Uhrzeit gefällt mir. Symmetrisch und schön. Oben Geschriebenes gefällt mir wieder nicht. Es klingt alles einfach immer mitleidssuchend und das soll es nicht. Ist es nicht auch schon wieder mitleidssuchend, dass ich schreibe, dass ich es mitleidssuchend finde?
Es sollen vielmehr Feststellungen sein. Erkenntnisse, die ich auf meinem Weg festhalten möchte. Und ich glaube, ich habe eine Erklärung für sehr Vieles gefunden. Nicht das `Warum`, nicht `warum` die Erklärung entstand, aber sie erklärt es. Fast alles. Und das `Warum` finde ich auch noch heraus.

Das Treffen mit meiner besten Freundin war der wundervollste Moment seit Ewigkeiten. Ich kann es nicht verstehen, dass sie es mit einem Menschen wie mir aushält. Sie erträgt meine Launen, meine Abstürze, alles. Sie ist für mich da. Immer.
Sie ist so sehr erwachsen geworden. Ich bin einfach verdammt stolz auf sie, dass sie ihren Weg so zielstrebig geht. 



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